Mein Jahr auf der Isla del Sol

Ab dem 08.08.2013 werde ich für ein Jahr nach Bolivien fliegen.
Ich gehe mit der Organisation Volunta, die mit dem DRK zusammen arbeitet, und das entwicklungspolitische Programm Weltwärts auf die Beine stellt.
Meine Aufgabe wird es hauptsächlich sein, den Kindern auf der Isla del Sol Englisch bei zu bringen und Projekte zur Mittagsbetreuung und Müllentsorgung zu starten oder weiter zu führen.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Chanchos, Inicio de Siembra y Trabajo

1.0 Mülleimer für die Isla - Das Mülleimerprojekt


Eines unserer Projekte hier, ist die Installation von Mülleimern. Vor allem am Inka Trail, da dort Tag für Tag "viele" Touristen lang laufen und es eigentlich keine Möglichkeiten gibt, sich seinem Müll zu entledigen.
Unsere Vorgänger haben schon fleißig gerackert und somit stehen uns, nach ein paar Streicharbeite, genügend Mülleimer zur Verfügung. Also geht es jetzt "nur" noch um das anbringen , was sich als deutlich schwerer herrausstellte, als wir gedacht hatten:
`Stolz´

An einem schönen Donnerstag Morgen, haben Jessi, Leon und Ich und auf den Weg gemacht, die ersten zwei Mülleimer zu installieren.
Mit eben diesen zwei Mülleimern ( auf bolivianische Art mit Tüchern auf den Rücken gebunden), 40 kg Holzpflöcke, einer Spitzhacke, einer Art Brecheisen und viel Motivation sind wir los gestapft.
Die Motivation hielt allerdings nicht lange an....Eine Stunde, wie Esel bepackt einen Berg hochkrackseln macht dann doch eher weniger Spaß.
Oben angekommen hat uns die Aussicht allerdings wieder mal besänftigt und wir haben uns daran gemacht die Löcher füe die Holzpflöcke auszuheben. Zwar besteht die Erde hier mehr aus Stein als aus sonst was, aber durch die starke Sonneneinstrahlung und die Kälte in der Nacht sind diese sehr spröde und zerbröseln wenn man sie nur einmal böse anguckt. Zumindest die, in der Nähe der Oberfläche.
Nach nicht einmal 10 Minuten ist uns die Spitzhacke ähnlich zerbröselt wie die Steine. Unseren Frust darüber konnten wir dann mit dem Brecheisen an Felsblöcken in der Erde und den verrosteten Nägeln, die auf  "biegen und brechen" nicht gerade bleiben wollten, auslassen.
Nach 4 Stunden arbeiten hatten wir es geschafft, einen kläglichen Mülleimer aufzustellen. Und auch die schöne Aussicht konnte uns nicht zu mehr bewegen, außer uns auf den Heimweg zu machen.

So sieht es dann mal fertig aus.





 

 

 

 

 

 

 

 

2.0 U.E.Challa `B´ - Strammstehen für die Bildung 

Man glaubt es kaum, aber es ist eine Art Alltag in meinen Schulalltag gekommen! Nachdem Leon und ich den Unterricht der Oberstufe aufgeteilt haben, hat jetzt jeder seine eigenen Kurse und kann "machen was er will".
Sogar mein erstes Examen durfte ich schon aufsetzten. 22 per Hand geschriebene Klausuren - so liebevolle Klausuren hätte ich auch gerne mal gehabt! Aber ich glaube die nächsten Klausuren werden nicht ganz so liebevoll....

Schulalltag

Jeden Montag Morgen heißt es für eine Stunde : "Acto Civico".
In Reih und Glied wird die Nationalhymne gesungen und dazu die bolivianische Flagge sowie die Flagge der Indigenen  Bevölkerung gehisst. Danach spricht ein Lehrer zu den Schülern. Meistens ist das eine Rede die an ihre Moral appelliert oder appellieren soll: "Der Faule kommt im Leben nicht weit, der hart Arbeitende kann studieren und viel Geld bekommen.", "Seid wenigstens so aufrichtig und sagt, dass ihr bei eurem Mädchen ward, wenn ihr eure Hausaufgaben nicht habt, anstatt zu lügen. Wir wissen eh bescheid."
Danach führen einzelne Schüler Tänze auf und sprechen Gedichte vor.

Genauso wie jeden Montag, stellen sich die Schüler jeden Moren in Reih und Glied auf, oft auch nach der Schule. Hier werden dann Neuigkeiten bekannt gegeben.
Außerdem wird eine Art Morgensport betrieben ( auf der Stelle marschieren, alle gleichzeitig, auf Komando umdrehen etc.) , der aber eher die Disziplin der Kinder stärken soll.
Wer auch immer zu einem dieser Treffen zu spät kommt - und das sind immer einige - bekommt einen "Schlag", eher einen Klapps, mit dem Stock. Mädchen auf die Handflächen, Jungen auf den Hintern. Durch die leichtigkeit der "Schläge" ist das so nützlich wie eine Kuh vorm PC.
Wenn man mich fragen würden, dann ist diese Geste eher ein : "Moralisch und Gesetzlich darf ich die Kinder nicht schlagen, aber ich weiß nicht, wie ich es anders machen soll."
Ganz verübeln kann ich es ihnen nicht, muss ich gestehen. Die Motivation geht bei den meisten gegen Null. Man muss ihnen erstmal klar machen, dass sie mit Bildung mehr verrichten können, als sie denken.

   

3.0 Inicio de Siembra -  Beginn der Saat

Fast passend zu unserem Erntedankfest, also dem Ende der Erntezeit, beginnt hier die Zeit um seine Felder zu bestellen, die Saatzeit.
Ein kleiner Schatz auf dem Berg, an dem das Fest begann
Bevor das aber geschieht, wird ein Fest für die Pachamama - Muttererde, die Göttin der Erde bzw. ist die Erde hier die höchste Gottheit - ausgetragen.
Dafür tanzen die "Autoridades", also die die was zu sagen haben, mit ihren Cholitas (Frauen) an bestimmten Stellen und am Endpunkt versammeln sich all ihre Freunde und Verwandte um Essen und Trinken zu teilen, denn: Da wo viel geteilt wird, teilt die Pachamama ihre Fruchtbrakeit mit den Menschen und die Ernte wird gut.
Außerdem bekommen die "Autoridades" unglaublich viel Brot und Früchte, also eine Art Dank für ihre Dienste für die Comunidad.
Die "Autoridades" mit ihren Cholitas
Der Tanz für die Pachamama

Jorge bekommt von einer Frau Gaben geschenkt
Das halbe Dorf versammelt, um zusammen zu Essen und zu Trinken
Jessi und Ich beim spielen mit ein paar Kindern




Die Männer nach dem Fest auf der Lancha (Boot), mit ein oder zwei Bieren intuss.

Kartoffelsaat mit Nelson, Jorge und Nelsons Tante


 

4.0 Schweine schlachten - Achtung nichts für zarte Seelchen

 

 

Eines der Zwei Schweine
Genauso wie Papas, Choclo und Avas ( Kartoffeln, Mais und Bohnen), gibt es hier auch glückliche Schweine und Schafe, die von Zeit zu Zeit geschlachtet werden.
Ein Schaf gab es zum Fest des Erntebeginns, allerdings schon kalt und ohne Fell.
Wir hatten aber die Möglichkeit einer Schweineschlachtung beizuwohnen. Als wir am Haus von Nelsons Onkel angekommen waren, waren die schweine schon tot, aber noch warum und gefüllt.
Schlimm fand ich es nicht, dass wir den "Hauptakt" verpasst haben, da ich ein Schwein von weitem bei einer anderen Schlachtung gehört habe und das kann man nun wirklich nicht schön nennen.
Wir werden aber ganz sicher noch einigemale die Möglichkeit dazu haben!

Ein Schaf für die Pachamama





 



Kommentare:

  1. Toller Bericht über einige Ausschnitte des Lebens auf der Isla :-)
    Eure Mülltonnen Aktion - Herrlich ich musste soooo lachen!!!
    Wann werden die restlichen Tonnen befestigt? Mach doch mal ein Filmchen ;-)

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  2. schön, dass es dich amüsiert hat ! :D danach konnten wir auch drüber lachen.
    mal sehen, dass steht noch nicht fest. ich kann gerne ein filmchen machen, aaaaber das kannst du dann erst in guten 9 Monaten sehen. Die Bambusleitung lässt das hochladen hier leider nicht zu

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  3. Cumpleeeeaaaaaaanioooos feeeeliiiiiiiiz teeee deseeeeeoooooo aaaa tiiiiiiii!!!!
    Que tengas un tiempo maravilloso alla en la isla y que disfrutas mucho de tu experiancia!
    Besos del hermano
    Joe

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