Mein Jahr auf der Isla del Sol

Ab dem 08.08.2013 werde ich für ein Jahr nach Bolivien fliegen.
Ich gehe mit der Organisation Volunta, die mit dem DRK zusammen arbeitet, und das entwicklungspolitische Programm Weltwärts auf die Beine stellt.
Meine Aufgabe wird es hauptsächlich sein, den Kindern auf der Isla del Sol Englisch bei zu bringen und Projekte zur Mittagsbetreuung und Müllentsorgung zu starten oder weiter zu führen.

Samstag, 7. Dezember 2013

Todos Santos, Das Tüten Projekt und "süße Katzen Babies im Soester Zoo"

Todos Santos

Romina, Cielo und ich beim Brot backen
Todos Santos ist, wie in Deutschland, 'Aller Heiligen'. Die Traditionen um dieses Fest, sind hier dann aber doch ziemlich anders. 
Die Vorbereitungen für dieses Fest fangen meist schon Tage davor an. Man backt Massen von Brot und Plätzchen. Zusätzlich werden aus Brotteig Personen, Leitern, Vögel und Pferde geformt. All das soll dem Verstorbenen helfen in den Himmel auf zu steigen. So ählich wie bei den Römern, denen früher Geld auf die Augen gelegt wurde damit sie den Fährmann bezahlen konnten.
Am Abend vor Todos Santos wird dann für jeden Verstorbenen ein Altar augestellt, auf dem die gebackenen Figuren, ihr Lieblingsessen  und viele andere Sachen stehen. Man sagt, zu einer bestimmten Zeit, kommt der Geist der Verstorbenen dann und stärkt sich daran.
       
Nelsons Mama auf dem Friedhof in Challapampa

An Todos Santos gehen dann die Familien auf den Friedhof um dort für die Verstorbenen zu Beten und 'mit ihnen' zu Essen. Dazu werden häufig Zelte über dem Grab Zelte aufgebaut, viel Essen angeschleppt dazu kommen noch Früchte, Pasankalla (So eine Art Popcorn) und natürlich die Massen an Brot.
Nach dem Essen werden Früchte, Brot und Pasankalla an Familie, Freunde und Bekannte verteilt. Bei der Übergabe der Sachen wird ein Name gesagt, für den dann gebetet werden soll.
Eine komische Erfahrung für mich, wenn man für Leute betet, die man nicht kennt, vor allem, wenn einem gesagt wird, dass man für einen kleinen Jungen beten soll...
Aber eigentlich ist das Fest sehr gesellig. Der ganze Friedhof ist voll mit Menschen, man gedenkt an seine Verstorbenen und danach trinkt man, wie so häufig.
Wir haben dieses Fest diesmal nicht in unserem eigentlich Wohnort Challa, sondern im Nachbardorf Challapampa, mit der Mama von Nelson gefeiert. Dieser Ort ist um einiges touristischer, und einige Traditionen werden nicht mehr so stark ausgelebt wie in Challa. Trotzdem war es ein echt schönes Erlebnis!

Bolsas de Plastico

So langsam leben wir uns hier in die Gemeinschaft ein und man nimmt uns auch mehr auf. Deshalb konnten wir unser erstes Projekt starten.
Durch den großen Plastiktüten-Müll, der hier anfällt (Wie in den USA bekommt man bei jedem Einkauf Plastiktüten, die Milch bekommt man in Plastiktüten und auch Jogurth und teilweise auch Wasser) sind wir auf die Idee gekommen, damit zu häckeln und zu stricken.
Anfangs haben nur wir damit gearbeitet, einfach um zu sehen, wie das so klappt. Nachdem wir sahen, dass es gut war, haben wir uns dazu entschlossen, mit den Frauen zusammen zu häckeln.
Die ersten Versuche uns mit einer Gruppe von Frauen zu treffen, sind kläglich gescheitert. Das mit den Verabredungen nimmt man hier nicht so ernst und vor allem haben wir nicht ganz beachtet, dass die meisten ja auch Felder zu bestellen haben.
Bei dritten mal kamen dann doch einige Menschen, vorwiegend Kinder aus unseren Schulen, aber schon das hat uns sehr viel Spaß gemacht! 
Ich werde bald mal eine Beschreibung, wie wir das genau machen hoch laden, falls ihr auch ein bisschen die Welt retten wollt ;)
Aufgeschnittene Tüten, angefangene und fertige Taschen und ein Besen aus Plastikflaschen.



 

 

 

 

 Die Sache mit den Katzen

Lou, Paula und Lilly
Anfang November kam ein Mann zu uns mit einem Geschenk. Das Geschenk waren drei kleine Katzenbabies. SO FLUFFIG!
Alle Drei waren Mädchen, deshalb hatten wir erst den grandiosen und überaus kreativen einfall sie Romina, Jessi und Lovis zu nennen.
Ziemlich schnell wurde uns aber klar, dass das doch nicht so cool ist und deshalb wurde aus Romina Tigerlilly aka Lilly, aus Jessi Paula und aus Lovis Mary Lou aka Lou.

So süß sie auch waren, so anstrengend waren sie auch! 
Nachts haben sie gerne geschrien, aber Papa Leon war dafür taub, also bin ich aufgestanden. Tagsüber mussten wir sie füttern, da sie viel zu früh von ihrer Mama getrennt wurden. Und dann haben sie sich auch super kene angekackt und vollgepisst. Außerdem hatte Lilly eine Krankheit, und ihre Augen waren verklebt und voll Eiter ( Dank der hömeopatischen Augentropfen meiner Mama ging es aber von Tag zu Tag besser)
Aber trotzdem war ich mit Herz und Seele dabei!
Paula beim Füttern










Wer sich vollkackt muss sich auch baden lassen!



An einem sonnigen Tag, habe wir sie im Garten laufen lassen. Das sollte uns wohl eine Lehre gewesen sein. Wie Nelsons Papa zu sagen pflegt: "Auf der Isla wird nichts gestohlen - außer Tierbabies"....Da warn's nur noch zwei. Irgend ein Idiot hat uns unsere Tigerlilly geklaut!
Nach zwei Wochen, war es dann für uns auch wieder so weit, dass wir nach La Paz mussten, und da konnten wir die Kätzchen natürlich nicht mitnehmen. 
Jorge ( der Vater von Nelsons) hatte sich aber dazu bereit geklärt, dass er sie füttert. Wir hätten ihm vielleicht auch noch sagen sollen, dass er ihnen Abends eine Wärmflasche in ihren Karton legen soll. Das hat dann aber leider keiern getan, und die Kätzchen sind gestorben. Wir wissen nicht genau warum, wahrscheinlich ist aber eine Unterkühlung....
Ja, das ist eine traurige Geschichte, aber leider wahr.
Aber lange sind wir nicht ohne Katze geblieben.
So eine Woche, nachdem die Drei von uns gegangen waren ist Nelson eine junge Katze zugelaufen. Etwas älter als die Babies, was um einiges einfacher ist. 
Bagira heißt die gute und ist pech schwarz.
Leon und ich haben unser Zimmer wieder als Unterschlupf zur verfügung gestellt. Nachts schläft sie bei Leon ins Bett. Nur wenn sie spielen will oder kotzen muss, dann kommt sie zu mir. Ist das nicht toll!? 
Ich sage euch, ich will auch morgens früh um 5 mit einer Katze spielen und einmal pro Woche meine Decke waschen, das macht echt Spaß....
Nun gut, so viel dazu. Im nächsten Blog werde ich euch auch Fotos von Bagira (oder laut Cielo: 'Gabira')  zeigen.


Und nun: Fotos!




Das psycho Lama von Challapampa
langsam aber sicher wird es grüner auf der Isla del Sol





1 Kommentar:

  1. Toller Bericht :-)
    Die armen Katzenbabys, schnief.....
    aber so ist Leben! Wenn man mal nicht an alles denkt....
    Alles Liebe
    Tine

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