Mein Jahr auf der Isla del Sol

Ab dem 08.08.2013 werde ich für ein Jahr nach Bolivien fliegen.
Ich gehe mit der Organisation Volunta, die mit dem DRK zusammen arbeitet, und das entwicklungspolitische Programm Weltwärts auf die Beine stellt.
Meine Aufgabe wird es hauptsächlich sein, den Kindern auf der Isla del Sol Englisch bei zu bringen und Projekte zur Mittagsbetreuung und Müllentsorgung zu starten oder weiter zu führen.

Samstag, 5. Juli 2014

Ich maach dann mol Schluss he

Ich kann es kaum glauben. Vor genau 330 Tagen bin ich aus Deutschland abgehauen um wohl das spannenste Jahr meines Lebens zu haben (bis jetzt auf jeden Fall zu 100%). Nun fehlen nur noch 16 Tage und ich darf wieder deutsche Luft schnuppern. Ich freue mich, wirklich! Aber natürlich läuft das alles mit einem lachenden und einem Krokodilstränen weinendem Auge ab.
Die letzten drei Wochen habe ich dazu genutz weitere wunderschöne Seiten von Bolivien zu sehen (und auch von Peru).
Angefangen habe ich in Peru. Ein muss, wenn man schon mal so nah ist: Machu Picchu. Eine im 15ten Jahrhundert erbaute Inka Stadt, die bei 2360 Metern in einer wunderschönen Berglandschaft liegt.
Danach ging es zurück nach Bolivien. Über Sucre nach Potosi (3.976 - 4.070 MüM), der einst bevölkerungsreichsten Stadt der Welt.  Potosi ist eine Mienenstadt in der im 17. Jahrhundert unmengen an Silber aus dem Berg "´Cerro Rico" (Reicher Berg) geholt wurden. Wie so oft haben auch hier die Spanier die indigene Bevölkerung bis auf die Knochen ausgenommen. Zwar waren die Mienenarbeiter offiziell keine Sklaven, trotzdem war jeder Indigene dazu verpflichtet 4 Monate im Jahr in den Mienen zu arbeiten. Aus diesen 4 Monaten wurden manchmal 8, 12 oder 24 Monate. Unter den Umständen der Arbeit kann man das eindeutig als Sklaverei bezeichnen. Natürlich hat man auch daran gedacht, Sklaven aus Afrika in den Mienen einzusetzen. Das war nicht ihre beste Idee. Die nicht an die Höhe gewohnten Sklaven wurden krank und die meisten starben. Daher musste die Indigene Bevölkerung dran glauben.
Wie auch immer, durch die Massen an Silber, Gold und anderen Mineralien, die die Mienen hervorbrachten wuchs und wuchs Potosí zu einer enormen Stadt die vor Reichtum fast zu platzen drohte. Naja nicht ganz so. Das meiste Silber wurde nach Europa geschafft und so kommt es auch, dass Potosí heute eine der ärmsten und vernachlässigsten Städte Boliviens ist. Durch ein Gesetzt muss Potosí jährlich Mineralien an andere "Bundesländer" und Städte abgeben. Daher bleibt ihr selber kaum etwas. Fast die komplette arbeit wird noch per Hand gemacht. Das Durchschnittsalter beträgt 55 Jahre. Die jüngsten fangen mit 14 an in den Mienen zu arbeiten.
Ich möchte euch noch eine kleine Geschichte zu dem Berg Cerro Rico und der Entdeckung des Silbers erzählen.:
Ein Hirte zog mit seiner Llama Herde durch die Gegend um Potosí (damals gab es die Stadt allerdings noch nicht). Als eines seiner Llamas wegläuft, beschließt er es zu suchen. In seiner Suche steigt er auf den Berg "Cerro Rico". Es wird Nacht und kalt, also zündet er ein Feuer an, um sich zu wärmen. Als das Feuer hell brannte fing es an komische geräusche zu machen. Potochs, Potochs. Und der Berg fing an zu schmelzen. Was sich dort in Flüssigkeit verwandelte und was solche Geräusche machte war das Silber. Und so entdeckte man das Silber und auch den Namen Potosí.
Und nun, um euch nicht zu sehr zu langweilen: Bilder !
Meerschweinchen bereit um gegessen zu werden
Cusco
Geeezus

Machu Picchu Zug


Sunrise
Machu Picchu

Mienenarbeiter in Potosí

Der Schutzpatron der Minöre "Tio"

Einer der ältesten Mienenarbeiter mit 65 Jahren



Ein Eingang zu den Mienen




 Nach diesen schon sehr interessanten Tagen ging es weiter nach Uyuni. Einer der kältesten Städte, in denen ich je war. Aber es sollte noch kälter werden. Von Uyuni aus ging es auf eine 3 tägige Tour durch den Salar de Uyuni und die Wüsten in der Umgebung. Der Salar de Uyuni ist der Größte und Höchste Salzsee der Welt. Gaaaanz früher war das Gebiet mal ein Meer. Jetzt ist es eine über 12.000 km² große Salzwüste auf 3653 Metern über Null. Die Salzkruste ist teilweise nur 30-40 cm dick und darunter ist Wasser, bis zu 250 m tief. In kleinen Mengen wird hier auch Salz geschöpft. Außerdem ist der See eine Quelle für Lithium.
Rund um den Salar kann man viele aktive und inaktive Vulkane und viel Wüsten Landschaft finden. Im großen und ganzen ist das alles ein großes Nichts. Aber ein wunderschönes Nichts. Lagunen auf fast 5000 m über Null, in denen auch noch Flamingos leben, Gaisiere, Hotels aus Salz gebaut, Coralleninseln mit Jahrhunderte alten Kakteen, Eisenbahnfriedhöfe und heißen Quellen. Das war mein persönliches kleines Highlight. Nach einer Nacht bei -25°C ohne Heizung ist es ein Segen in ein 35-40°C heißen Pool zu steigen.
Aber seht es euch doch einfach selber an.














Maaaaan....ICE




Baden auf 5000m über Null


So, nun ist es auch vorbei. Ich weiß nicht genau was ich hier jetzt sagen kann oder soll. Vielleicht fällt es mir noch später ein und ich schreibe noch einen Post, aber für's erste ende ich meine Geschichte hier.
Eine Kleinigkeit möchte ich noch los werden:
Et es wie et es
Et kütt wie et kütt  und nix bliev wie et wor

Bolivien, ich werde dich vermissen (nicht alles, aber das meiste!)

















1 Kommentar:

  1. Wahnsinn! Schwups ist dieses Jahr ohne dich auch schon wieder vorbei...und das du dich einerseits auf zu Hause freust, du aber auch traurig bist die liebgewonnen Menschen und das schöne Land wieder zu verlassen, kann ich nachvollziehen :-)
    Aber wir freuen uns riesig auf dich !!!
    Einen sehr schönen Bericht hast du hier zum Abschied geschrieben und toll, daß ihr noch diese Reise unternommen habt, das werdet ihr nie vergessen!!
    Alles Liebe
    Tine

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